– Die Berufsschule Dachau „feiert Bayern“ in Rosenheim

„Der Islam gehört nicht zu Deutschland!“ prangt es schwarz auf weiß auf den Schildern, die von den fünf Schüler in die Höhe gehalten werden. Man kann förmlich spüren, wie die soeben dargebotene Szene Verwirrung unter den Zuschauern auslöst, besonders da die Schilder von fünf muslimischen Geflüchteten gehalten werden.

Doch diese Szene hält nicht lange an. Denn schon kurz darauf zeigen die fünf Schauspieler, allesamt Schüler in einer Berufsintegrationsklasse der Berufsschule Dachau, welche Emotionen dieser Satz in ihnen ausgelöst hat: Wut, Unsicherheit, Verwirrung, vielleicht sogar Verzweiflung. Sie schreien ihre Emotionen förmlich in ihrer jeweiligen Muttersprache heraus und rennen ziellos auf der Bühne hin und her, wissen nicht, was sie tun sollen. Ein paar Szenen später ist das Theaterstück „Schwimmen“ auch schon wieder zu Ende und die Zuschauer belohnen die Schauspieler mit Standing Ovations.

Dieses Theaterstück, welches als Gemeinschaftsprojekt der Berufsschule Dachau, des Regisseurs Nicholas Hohmann (JUZ Ost Dachau) und mit Unterstützung von Herrn Hubertus Freisinger vom Amt für Jugend und Integration der Stadt Dachau entstand, war Teil des schulartübergreifenden Projektes „Wir feiern Bayern“. Dieses Projekt wurde von der Bayerischen Staatsregierung anlässlich des Jubiläumsjahres 2018 initiiert, in dem wir 100 Jahre Bayerischen Freistaat und 200 Jahre Bayerische Verfassung feiern.

Im Rahmen dieses Projektes haben sich insgesamt neun ausgewählte Schulen aus verschiedenen Schularten in Oberbayern intensiv mit der Bayerischen Verfassung und den hierin verankerten Werten auseinandergesetzt. So entstanden Projekte wie beispielsweise „Faust auf bayrisch“ oder das Comic-Projekt „How to handle Bayern“. All diese Projekte wurden im Rahmen einer festlichen Abschlussveranstaltung am 27. April 2018 an der Berufsschule 2 in Rosenheim von den jeweiligen Schulen präsentiert. Umrahmt wurde die Veranstaltung dabei von mehreren Schul-Orchestern, Schuhplattlern und nicht zuletzt den Zuschauern selbst, die zahlreich in Tracht erschienen waren und somit der Veranstaltung einen besonderen, heimatlichen Charakter verliehen.

Die Berufsschule Dachau konnte auf dieser Feier noch ein weiteres Projekt präsentieren: „Das Ehrenamt – Ein wichtiger Baustein der bayerischen Verfassung“. Hier setzten sich insgesamt vier Klassen aus drei Abteilungen mit dem Artikel 121 der Bayerischen Verfassung auseinander. Sie arbeiteten die Bedeutung des Ehrenamtes für die Bayerische Gesellschaft heraus. Auf Plakaten wurden zahlreiche Ehrenämter vorgestellt, die auf der Abschlussveranstaltung des Projektes in Rosenheim als „Ehrenamts-Galerie“ ausgestellt wurden.

Großes Interesse und Wertschätzung für die Projekte der Berufsschule Dachau zeigten bei der Festveranstaltung in Rosenheim auch die politischen Vertreter aus dem Landkreis Dachau.

Beide Projekte der Berufsschule Dachau – das Theaterstück „Schwimmen“ und das Projekt „Ehrenamt“ – werden am 06. Juni 2018 bei einer Festveranstaltung des bayerischen Landkreistages, Bezirksverband Oberbayern in Fürstenfeldbruck im Kloster Fürstenfeld ein weiteres Mal der Öffentlichkeit präsentiert.

In der Berufsschule Dachau wird das Theaterstück „Schwimmen“ am 08./09. Mai 2018 (jeweils um 11:20 Uhr) in voller Länge aufgeführt.

(TEXT: MARKUS BORMET)

Für nähere Informationen zum Theaterstück klicken Sie bitte hier:

https://www.channel-welcome.de/sendungen/beitraege/schwimmen-ein-theaterstueck-mit-jugendlichen-gefluechteten-in-dachau/

 

Die fünf Schauspieler der Berufsschule Dachau:

von links: Ahmad Sohaib  Zein Eddin, Khaled Alkatib, Bahaa Aldin Al Aryan, Hassan Rezai  und Mamadou Soire

Stellv. Landrätin Marianne Klaffki und MdL Martin Güll im Gespräch mit beteiligten Schülern

Schüler und Lehrer der Berufsschule Dachau mit den politischen Vertretern bei der Festveranstaltung in Rosenheim:

Schulleiter Johannes Sommerer (rechts)
MdL Bernhard Seidenath (zweiter von rechts)
Stellv. Landrätin Marianne Klaffki (dritte von rechts)
MdL Martin Güll (hinten vierter von rechts)
Regisseur Nicholas Hohmann (hinten dritter von links)
Markus Bormet (hinten zweiter von links)
Stefan Rauchenecker (hinten erster von links)

 

 

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