– Schuldenpräventionsteam der Caritas Dachau berät Schüler/-innen

Auch dieses Jahr war das Schuldenberatungsteam der Caritas Dachau wieder an der Berufsschule Dachau um den Schülerinnen und Schülern wichtige Tipps im Umgang mit ihren finanziellen Ressourcen an die Hand zu geben.

Die Verlockungen im Alltag sind groß und oft klafft eine große Lücke zwischen den Wünschen und dem finanziellen Rahmen der Menschen. Besonders junge Erwachsene sind in einer misslichen Situation: Ein “vernünftiges” Smartphone kostet gerne mal zwischen 600 und über 1000 Euro. Bei einem Nettoverdienst von vielleicht 500 bis 700 Euro kann ein Azubi aber oft erstmal nur davon träumen. Ein vermeintlicher Ausweg kann z.B. der Vertragsabschluss eines -häufig bereits- Zweit- oder Drittvertrages sein, der wiederum ehrhebliche monatliche Fixkosten bedeutet.

Ausgaben wie Führerschein, das eigene Auto, Partys, Hobbys, etc. strapazieren den finanziellen Rahmen zusätzlich. Ein möglicher Weg, sich solche Wünsche zu erfüllen kann sein, viele Anschaffungen auf Pump zu finanzieren – und die Finanzbranche macht es den jungen Menschen oft unverantwortlich einfach.

Dem Teufelskreis der Verschuldung entgegnen war das Ziel der Referenten der Caritas und viele Schüler/-innen konnten bei den einzelnen Veranstaltungen nur zu lebhhaft von solchen Begebenheiten im Freundes- und Bekanntenkreis, aber auch aus eigener Erfahrung berichten. Das offene Gesprächsklima führte oft zu erstaunlichen Einblicken in die manchmal naive, manchmal sogar wirklich ernste finanzielle Situation der Schülerinnen und Schüler.

Das Schuldenpräventionsteam unter der Leitung von Frau Wirthmüller gab den Jugendlichen zu Bedenken, dass es z.B. durchaus Sinn macht, einen Haushaltsplan mit einer Auflistung aller Einnahmen und Ausgaben zu erstellen, denn häufig unterschätzt man die monatlichen Fixkosten und das “Kleinzeug” sowieso. Und damit kommt man dann oft unbemerkt in eine finanzielle Abwärtsspirale.

Sollte die Abwärtsspirale bevorstehen oder bereits eingetreten sein, so empiehlt es sich, auf keinen Fall den Kopf in den Sand zu stecken. Wichtiger sei vielmehr, sich aktiv Hilfe zu suchen, empfahlen die Experten der Caritas. Es gibt eine Vielzahl von Anlaufstellen, die sogar dezidiert auf die Bedürfnisse von jugendlichen Schuldnern spezialisiert sind um in Zusammenarbeit mit den Betroffenen größeren Schaden zu vermeiden. Diese Stellen sprechen gegebenenfalls mit Banken, Arbeitgebern, Eltern, etc. und versuchen eine Lösung zu finden, bevor sich -meist aus anfänglicher Unbedarftheit- negative Weichenstellungen für das Leben der jungen Menschen ergeben können.

Nicht jeder ist diszipliniert genug, das empfohlene Drei- bis Fünffache eines Nettolohns als finanzielles Polster zurück zu halten. Aber das muss auch nicht unbedingt sein. Eine sehr wichtige Erkenntnis bei den Gesprächen war beispielsweise, dass bereits das wortwörtliche “auf die hohe Kante legen” ein sehr guter Schritt zu einer gewissen finanziellen Absicherung sein kann. Das kann bedeuten, dass man z.B. einem Elternteil zu Beginn des Monats treuhänderisch und per Dauerauftrag 50 Euro überweist, um den einfachen Zugriff auf diesen Betrag zu erschweren. Nach einem Jahr stehen einem dann schon 600 Euro zur Verfügung, die man im Alltag vielleicht gar nicht so arg als Einbuße wahrgenommen hat. Damit kann man -wenn man das will- z.B. schon wieder ein vernünftiges Handy kaufen.

 

 

 

Die Schülerinnen und Schüler der Berufsschule Dachau bedanken sich bei den Referenten der Caritas: Ines Adolphsen, Anette Roos, Susanne Ziegler und Pascal Späth.

Posted in Uncategorized
Zur Werkzeugleiste springen