Nikolaus Lehner – Leben und Wirken

Die Berufsschule Dachau hat offiziell den Namenszusatz „Nikolaus-Lehner-Schule“ verliehen bekommen.

Seit dem 1. April 2014 trägt die Berufsschule Dachau den Namen des ehemaligen KZ-Häftlings und Dachauer Bürgers Nikolaus Lehner. Er wird damit neun Jahre nach seinem Tod für seine Verdienste als Aufklärer und Mahner geehrt.

Zu Beginn der Feierstunde begrüßte Schulleiter Johannes Sommerer die Witwe und die Familie Lehner, die Präsidentin der jüdischen Kultusgemeinde München und Oberbayern Dr. Charlotte Knobloch sowie zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und der Lagergemeinschaft Dachau und die Dachauer Berufsschüler und Lehrerkollegen. Er würdigte die Verdienste Lehners und versprach, die Erinnerung an den Dachauer Bürger und Geschäftsmann lebendig zu halten.

Die Klasse KBA12 unter Leitung von Lehrer Marcus Karg zeigte in einer gelungenen Präsentation die Stationen im Leben von Nikolaus Lehner. Die ehemalige Leiterin der KZ-Gedenkstätte, Dr. Barbara Distel, berichtete ebenfalls von den Höhen und Tiefen dieses bewegten Lebens. Landrat Hansjörg Christmann freute sich, dass die Umbenennung noch kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Amt, das er 37 Jahre innehatte, stattfand. Als Höhepunkt des Festaktes verlieh Anneliese Willfahrt von der Regierung von Oberbayern dann offiziell den Namen „Nikolaus-Lehner-Schule“.

Der Sohn des Namensgebers, Prof. Moris Lehner, sprach zum Schluss noch im Namen der Familie. Die Familie Lehner zeigte sich sehr glücklich, dass durch die Namensgebung die lang erwartete Würdigung für Nikolaus Lehners Lebenswerk statt gefunden hat. Sein Name ist ab sofort auch im neuen Schullogo zu sehen.

Rede-Moris-Lehner-Festakt-01-04-2014 im pdf-Format

Nikolaus Lehner 1923 – 2005

Zeitzeuge, Mahner und Aufklärer

„Die jungen Menschen von heute tragen schon jetzt Verantwortung. Nicht erst morgen, wie es häufig gesagt wird. Ihr Engagement bildet das Fundament für die Zukunft der Gesellschaft.

Unsere Aufgabe besteht darin, dieses Engagement und diese Verantwortungsbereitschaft zu unterstützen.“  (1989)

Nikolaus Lehner, 1923 in Sighet (Rumänien) geboren, wurde im Dezember 1944 ins Konzentrationslager Dachau verschleppt und dort am 29. April 1945 befreit. Seine Eltern und zwei Geschwister wurden in Auschwitz ermordet. Nikolaus Lehner heiratete eine Auschwitz-Überlebende und gründete mit ihr in Dachau eine Familie. Er führte dort viele Jahre lang einen Holzverarbeitungs-betrieb. Im Jahre 2005 starb er im Alter von 81 Jahren.

Die Erinnerung wach halten

Das Leben von Nikolaus Lehner war geprägt von Verfolgung und Haft im Konzentrationslager. Dennoch war er unermüdlich bemüht, einen Beitrag zur Auseinandersetzung vor allem der jungen Generation mit der Vergangenheit zu leisten. Aktiv setzte er sich für eine internationale Jugendbegegnungsstätte in Dachau ein. Als Zeitzeuge und Bürger der Stadt Dachau fühlte er eine besondere Verpflichtung und Verantwortung für eine menschlichere Welt, die sich des Vergangenen erinnert und lernt, daraus ihre Konsequenzen zu ziehen. Er war wacher Mahner und Aufklärer und ist Vorbild für die Jugend.

 

4844 Fotograf Schwester Elija


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