Partnerschaft Bozen

Schulpartnerschaft mit der Landesberufsschule in Bozen

Berufsschüler, Anlagenmechaniker SHK der Staatlichen Berufsschule Dachau fuhren im Januar 2011 nach Italien

Verfasser: Friedhelm Baumann

Dachau, 21.03.2011

Montag, 24. Jan. 2011: Anreise und Besuch der Landesberufsschule

Um 09:31 Uhr fuhren vierzehn Berufsschüler für Anlagenmechaniker SHK von der Klasse Anl 12 A, begleitet von ihrem Lehrer Herrn Baumann, am Hauptbahnhof in München mit dem EC 85 pünktlich los und kamen um 13:29 Uhr in Bozen an. Dort gingen wir zuerst zur zentralgelegenen Jugendherberge, unsere Unterkunft für die nächsten Tage in der Rittnerstraße 23. Anschließend erfolgte die Zimmerübergabe und um 14:30 Uhr wurden wir vom verantwortlichen Kontaktlehrer, Herrn Rier, abgeholt. Wir gingen bei herrlichem Sonnenschein durch die eindrucksvolle historische Innenstadt von Bozen zur Landesberufsschule für Handwerk und Industrie in der Via Roma. Nach der mehrstündigen Zugfahrt wurde das Gehen als angenehm und ausgleichend empfunden. Unser Weg führte über die Lauben, Siegesplatz, Drususallee zur Romstr. Nach den ersten Erinnerungsfotos wurden wir vom Leiter der Landesberufsschule – Herrn Dr. Haspinger – sehr herzlich empfangen. Unser bayerisches Gastgeschenk, Räuber Kneißl Bier, wurde mit viel Freude angenommen.


Abb. 1: Vorplatz vom Hauptbahnhof in Bozen; auf dem Weg zur Jugendherberge


Abb. 2: Die Dachauer Berufsschüler mit Herr Baumann (3.v.l) stehen vor der Eingangsseite der Landesberufsschule für Handwerk und Industrie in Bozen

Montag, 24. Jan. 2011: Besuch der Landesberufsschule Bozen

Die Aula stellte den Rahmen für das Foto mit der Schulleitung. Anschließend erfolgte der Rundgang im Schulgebäude und die Besichtigung verschiedener Unterrichtsräume und der modernen Werkstätten für Installateure und Heizungsbauern. Bei der einen oder anderen Gelegenheit hat Herr Rier uns einen ersten Überblick über das Berufsausbildungssystem in Südtirol gegeben. Vor allem hat aber die lange Berufsausausbildung ein Staunen hervorgerufen. Die Ausbildung dauert in Alto Adige für diese Berufsgruppe 5 Jahre, fast zwei Jahre länger als bei uns. In Bayern gilt während der gesamten Ausbildung das duale Ausbildungssystem, d.h. die AZUBI’s besuchen an 12 Blockwochen pro Schuljahr die Berufsschule. Hingegen erfolgt in Südtirol der Besuch der Landesberufsschule nur in den ersten drei Jahren, anschließend folgen zwei Praxisjahre. Auch die Anforderungen bei der Gesellenprüfung sind unterschiedlich. Im autonomen Südtirol muss am Ende der Ausbildung eine theoretische, praktische und mündliche Prüfung abgelegt werden. Nach unserer derzeitigen Prüfungsordnung ist, unabhängig vom Schulzeugnis immer eine schriftliche, praktische und mündliche (Fachgespräch) Prüfung erforderlich. Eine überbetriebliche Ausbildung durch die Innung ist derzeitig nicht vorhanden, bei uns beträgt sie aber durchschnittlich 10 Wochen. Die fünfjährige Ausbildungsdauer wird derzeitig kontrovers diskutiert und nach Meinung von vielen Fachleuten soll sie verkürzt werden. Das Üben und Vorbereiten von einigen begabten Jugendlichen auf überregionale Prüfungen, z.B. “Handwerks-Olympiade”, im Sanitärbereich hat die Dachauer sehr erstaunt. Verschiedene Materialien werden nach althergebrachten und modernen Verfahren gebogen und gefügt. Die Maßhaltigkeit ist aber immer zu beachten.


Abb. 3: Empfang der Dachauer Schüler vom Schulleiter, Herrn Dr. Haspinger (l.) und vom Kontaktlehrer, Herrn Rier (r); mittig Herr Baumann


Abb. 4: Besichtigung der Rohr- und Schweißwerkstatt mit einem Übungsstück

Dienstag, 25. Jan. 2011: Besuch des Ötzi-Museums und der Firma Ebner-Solartechnik in Eppan

Am Vormittag gingen wir zum Archäologiemuseum und von einem fachkundigen Führer erfuhren wir viele Details aus der früheren Zeit. In den Ausstellungsräumen sind die ca. 5300 Jahre alte “Mumie aus dem Eis” und viele interessante Fundstücke aus der Kupferzeit zu besichtigen.

In einer Kühlbox wird der 5300 Jahre alte Mann aus dem Eis tiefgefroren, bei -6 °C und 98 % Luftfeuchtigkeit aufbewahrt. Sonden und andere Messgeräte kontrollieren laufend das Gewicht der Mumie, die Temperatur die Luftfeuchtigkeit und den Luftdruck. Der Mann aus dem Eis war 1,6 m groß und wog 50 kg. Er trug schulterlanges, dunkles, leicht gewelltes Haar und einen Bart. Mit seinen 46 Jahren gehörte er sicherlich zu den ältesten Personen seiner Gemeinschaft. Die rekonstruierten Ausrüstungsgegenstände und Kleidung zeigen, wie Ötzi gelebt und ausgesehen hat. Die Mütze, vermutlich hat er den Bären selbst erlegt, aus dessen Fell diese Mütze gefertigt wurde. Ötzis “Hosen” bestehen aus zwei Röhren, die aus Fellen der Hausziege zusammengenäht worden sind. Er trug raffiniertes Schuhwerk: Der Innenschuh hielt das hineingestopfte Heu fest zusammen und bot optimalen Kälteschutz. Der Außenschuh aus Hirschleder war mit Lederriemen an der Sohle befestigt. Zur Herstellung ihrer Pfeile verwendeten die Menschen der Jungsteinzeit ausgewählte Materialien: das biegsame Holz des “Wolligen Schneeballs” für den Schaft, scharfen Feuerstein für die Pfeilspitze und eine dreiteilige Befiederung am Pfeilende. Ötzis Kupferbeil ist besonders wertvoll. Mit ihm kann man sogar Bäume fällen. Aus Eibenholz ist der Schaft des Beils (Knieholm) geschnitzt. Die Kupferklinge war mit Birkenteer und Lederriemen in der Gabelung optimal verankert. Mit einem 13,2 cm langen Dolch hat Ötzi den Bogen geschnitzt; wahrscheinlich war dies eine seiner letzten Tätigkeiten in seinem Leben.


Abb. 5: Blick auf das Stadtmuseum mit Turmspitze, mit dem Archäologiemuseum


Abb. 6: Die Anlagenmechaniker SHK im Museumsbereich mit dem Ötzi-Standbild

Dienstag, 25. Jan. 2011: Besuch der Firma Ebner-Solartechnik in Eppan

Nach dem Mittagessen in der Mensa der Landesberufsschule gingen wir zum Busbahnhof. Mit dem Stadtbus erfolgte die Fahrt nach Eppan und nach einem kurzen Fußmarsch war man bei der Firma Ebner-Solartechnik, ein Hersteller für Solarkollektoren und Speichertanks. Herr Meier, ein Mitarbeiter der Firma stellte uns wichtige Bauteile vom “Solar-Kombi-Plus-System” vor. Dieses System ermöglicht die ganzjährige Nutzung der Sonnenenergie. So wird im Winter Warmwasser für Heizzwecke und die Bereitstellung von warmem Trinkwasser gewonnen, während es im Sommer für die Bereitstellung von heißem Trinkwasser und den Antrieb einer soge-nannten Absorptionskältemaschine zur Erzeugung von Kälte dient.


Abb. 7: Besichtigung der Firma Ebner-Solartechnik mit dem Referenten Herrn Meier (2. v. l), Aufnahme im Keller mit einem Warmwasserspeicher

Der Einsatz von solaren Kühltechnologien leistet einen Beitrag für die Deckung des weltweit wachsenden Kühlbedarfs zur Kälteerzeugung und Klimatisierung. In den Entwicklungs- und Schwellenländern können diese solarthermisch betriebenen Kälteaggregaten unter anderem zur Verbesserung der Lebensumstände dieser Menschen beitragen, da ein hoher Bedarf an Lebensmittel- und Medikamentenkühlung, sowie Klimatisierung von Räumen besteht. Nach einer kleinen Erfrischung erfolgte die Besichtigung und Erklärung der funktionsfähigen und eindrucksvollen Anlage im Keller. Im Anschluss erfolgte die Rückfahrt mit dem Stadtbus zum Busbahnhof an der Südtirolerstraße (Via Alto Adige) in der Nähe vom Walther Platz.


Abb. 8: Dank an den Referenten Herrn Meier von der Firma Ebner-Solartechnik durch den Lehrer Herrn Baumann, Staatl. BS Dachau

Der Abend wurde in einer Pizzeria mit einem gemütlichen Essen und vielen Gesprächen beendet, hierzu hat uns die Innung Bozen eingeladen.

Mittwoch, 26. Jan. 2011: Unterricht in der Landessprache und Besuch eines Trinkwasserspeichers

Wir waren überrascht, denn eigentlich war vereinbart, dass wir am fachspezifischen Grundstufen-Unterricht für Heizungsbauer in italienischer Sprache teilnehmen. Aber aufgrund von organisatorischen Veränderungen erhielten wir einen Schnellkurs in Italienisch. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und den Begrüßungsformen in Deutsch und Italienisch wurden bereits bekannte Wörter in der Landessprache erarbeitet. Anschließend wurden die Verben “essere”, “chiamarsi” und “stare” geübt. Zu beachten waren die Personalpronomen io (ich), tu (du), lui (er), lei (sie) und Lei(Sie). Bei der höflichen Anrede an eine Einzelperson verwendet man das Verb in der 3. Person Einzahl (Singular). Einige Beispiele sollen den Sprachkurs verdeutlichen: Sono Sabrina. Ich bin Sabrina. Sei Florian? Bist du Florian? Chi e`? Wer ist das? E Lei il signor Baumann? Sind Sie Herr Baumann?


Abb. 9: Die ersten “Gehversuche” in italienischer Sprache vermittelte die Lehrerin Sig.ra De Santi Sabrina

 

chiamarsi heißen stare sich befinden
Mi chiamo Sabrina? Ich heiße Sabrina. Sto bene. Es geht mir gut.
Come ti chiami? Wie heißt du? Come stai? Wie geht es dir?
Come si chiama? Wie heißt er/sie?
Wie heißen Sie?
Come sta? Wie geht es ihm/ihr?
Wie geht es Ihnen?

Von einigen italienischen Regionen (Lombardia, Piemonte, Toscana, Lazio, Campana, Sicilia, …) und Städten (Venezia, Milano, Torino, Pisa, Roma, Napoli, Palermo, …) wurden Sehenswürdigkeiten digital gezeigt.

 


Abb. 10: Informationsaustausch nach dem Italienisch-Unterricht

Mittwoch, 26. Jan. 2011: Besuch eines Trinkwasserspeichers in Bozen

Nach dem “anstrengenden” Unterricht in Italienisch erfolgte die Mittagspause und die Vorbereitung für das Nachmittagsprogramm. Um 13:00 Uhr gingen wir mit den angehenden Heizungsbauern der 11. Jahrgangsstufe zum Wasserspeicher beim “Pfarrhof”. Bei herrlichem Sonnenschein wanderten wir von der Via Roma über die Via Claudia in die Via Maso della Pieve; nach mehr als einer Stunde kamen wir am südlichen Stadtteil von Bozen an, dies war in der Nähe vom Flugplatz. Der Trinkwasserspeicher befindet sich auf einer Anhöhe von ca. 100 m, dieser Aufstieg hat aber so manchen Schülern doch Probleme bereitet. Am Weg zum Stolleneingang wurden wir von Mitarbeitern der “SEAB Energie-Umweltbetriebe Bozen AG” empfangen und vorweg über das “Bozner Trinkwasser” informiert.


Abb. 11: Die Bozener und Dachauer Schüler stehen vor dem Stolleneingang zum Trinkwasserspeicher

Südtirol und somit auch Bozen haben aufgrund der geografischen Lage und Bodenbeschaffenheit das Glück, ausreichend sauberes Trinkwasser aus dem Erdinneren zu erhalten. Auf das Oberflächenwasser muss nicht zurückgegriffen werden. Das Trinkwasser ist zum Großteil Grundwasser, welches hauptsächlich von den Flüssen Eisack und Talfer gespeist wird. Über dem Grundwasser befindet sich eine Kies- und Sandschicht, die im Bereich der Altstadt bis zu 30 Meter hoch ist. Diese sogenannte “Deckschicht” hat eine wichtige Schutzwirkung, aber auch das hindurchfließende Wasser wird gereinigt und mit Mineralstoffen angereichert. Das Grundwasser wird von Tiefbrunnen mittels Pumpen aus einer Tiefe, die je nach Zone zwischen 30 und 50 Meter liegen kann, an die Erdoberfläche befördert. Überschüssiges Grundwasser wird in den Speicherbecken “zwischengelagert”, um den Spitzenbedarf der Stadt im Tagesverlauf zu decken. Neben der Hygiene ist die Sicherheit bei der Trinkwasserabgabe sehr wichtig.


Abb. 12: Der überdachte Trinkwasserspeicher von 4500 m3

Donnerstag, 27. Jan. 2011: Rodelausflug nach Sarntheim/Reinswald

Bereits um 08.00 Uhr waren wir am Busbahnhof an der Südtirolerstraße, um mit dem städtischen Nahverkehrsbus mit der Nummer 8 nach Sarntheim zu fahren. Am Bahnhof wartete bereits Herr Rier mit Schülern der 12. Jahrgangsstufe. Das Sarntal ist eine von der Talfer durchflossene Gemeinde nördlich von Bozen, die sich im gleichnamigen Tal befindet. Vom Norden Bozens aus zieht sich das Sarntal über eine Länge von 50 km bis zum Penser Joch auf 2211 m. Mit dem Hauptort Sarntheim und seinen 27 Ortsteilen ist die Gemeinde die flächenmäßig größte in Südtirol. Im hinteren Sarntal liegt das Skigebiet Reinswald, das an die Ortler Skiarena angebunden ist und Schneevergnügen und Hüttenerlebnisse bietet. In Sarntheim mussten wir in einen Bus von einem privaten Anbieter umsteigen, anschließend fuhren wir in ca. einer 1/2 Stunde nach Reinswald. Dieser Ort befindet sich im Durnholzer Tal, einem Nebental des idyllischen Sarntales, auf 1492 m ü.d.M. und zählt etwas mehr als 200 Bewohner. Vor allem bei Wintersportlern ist dieser Ortsteil von Sarntheim bekannt. Das Skigebiet Reinswald bietet ein Wintererlebnis für die gesamte Familie. Die breiten und sonnigen Pisten garantieren den Skifahrern und Snowboardern viel Freude und Spaß. Auch eine der längsten Rodelbahnen Südtirols (4,5 km) ist Teil des Skigebietes in dieser herrlichen Naturlandschaft.


Abb. 13: Einige Dachauer Schüler stehen vor dem Rodel-Verleihgeschäft

Nach der Ankunft besorgten wir uns im Verleihgeschäft für 5,00 – 7,00 EUR einen Rodel und der eine oder andere Schüler auch die richtigen Handschuhe und Winterstiefel. An der Gondelkasse kauften wir als Gruppe mit mehr als 10 Personen die Tagesliftkarten für jeweils 9,00 EUR. Für die “Chip- Karten” musste aber jeweils ein Einsatz von 5,00 € entrichtet werden.


Abb. 14: Schüler aus Bozen und Dachau vor dem Start mit dem Rodel bei Sonnen-schein, Herr Rier (mittig, h. Reihe)

Donnerstag, 27. Jan. 2011: Rodeln in Reinswald

Jetzt waren alle Voraussetzungen gegeben, um endlich den Rodelspaß zu erleben. Wir fuhren in kleinen Gruppen mit der Gondel auf eine Höhe von ca. 2100 m ü.d.M. und gingen zur Rodelbahn. So mancher Jugendliche hat zuletzt in seiner Kindheit gerodelt und vor dem Start wurden somit Sitzhaltungen und Fahrstile besprochen. Die Erfahrenen und Mutigen fuhren voraus, denn eine Strecke von ca. 4,5 km Länge mit vielen Kurven war nicht zu unterschätzen. Die Bahn war gut präpariert und in den Kurven-bereichen mit Holzpalisaden gesichert. Schon bei der ersten Abfahrt wurden fahrtechnische Mängel festgestellt und so manche Rodelerfahrung gesammelt. Die eine oder andere Kehre wurde falsch oder zu schnell angefahren, die Holzpalisade verhinderte dann aber den Sturz. Im flachen Bahnteil war mitunter die Geschwindigkeit zu gering, um diese Wegstrecke ohne Anschieben zu überbrücken. In der vorhergehenden Kurve wurde offensichtlich die Geschwindigkeit zu stark gedrosselt. Aber ohne entsprechende Hinweise und Übungen kann die Kurventechnik nicht erlernt werden. Nach einigen Abfahrten kam eine gewisse Sicherheit und der Mut für schnelleres Rodeln stieg. Es wurde auch erkannt, dass das Kurvenfahren nicht nur mit den Beinen zu bewerkstelligen ist, sondern auch sehr wirkungsvoll mit den Händen unterstützt werden kann. Bei einer Rechtskurve wurde mit der rechten Hand auf die Rodelbahn gedrückt und somit die “innere” Geschwindigkeit der rechten Rodelkuve reduziert und die Kurve konnte flotter bewältigt werden. Wie auch immer, im Tagesverlauf ergaben sich dann zwischen den Schülern kleine Wettrennen. Außer einigen blauen Flecken gab es aber keine größeren Zwischenfälle. Gelegentlich wurden die Sonnenstrahlen genossen und im Restaurant wurde eine Mahlzeit eingenommen. Gegen 15:00 Uhr wurden dann die Leihstücke zurückgebracht.


Abb. 15: Die 4,5 km lange Rodelbahn lag in einer herrlichen Winter-Landschaft


Abb. 16: Letzte Rodelabfahrt vor der Rückfahrt mit dem Linienbus nach Bozen

Freitag, 28. Jan. 2011: Räumung der Zimmer in der Jugendherberge und Rückfahrt nach München

Die Zimmer wurden um 09:00 Uhr geräumt und an die Verwaltung wieder übergeben. Bis zur Abreise stellte man das Gepäck in einen absperrbaren Raum. Für einen abschließenden Stadtbummel blieb noch Zeit. Die schönen Straßenzüge mit den eindrucksvollen Häuserfassaden wurden nochmals bestaunt. Bei dieser Gelegenheit wurden noch kleine, aber auch größere Geschenke als “Mitbringsel” gekauft. Die Laubengänge sind das Herz Bozens, heute wie im Mittelalter. Sie bilden als Straßenmarktanlage das Zentrum Bozens. Die Lauben in Bozen und ihre nähere Umgebung sind ein beliebter Treff für Jung und Alt. Hier in der “Prachtmeile” gehen die Leute bummeln oder in gemütlicher Runde ein “Viertele” trinken. Die Häuser sind mit Steinbögen verbunden und noch heute verläuft darunter die wichtigste Gasse quer durch die Altstadt. Auch der Kornplatz, gebaut um 1180 nach Christus, ist noch erhalten. Die Häuser werden fast noch so genützt wie früher: Im Erdgeschoss liegen die Geschäfte, in den hinteren Räumen werden die Waren gelagert, und in den Stockwerken darüber wohnen die Bozner.


Abb. 17: Rathaus von Bozen am Rathausplatz (Pizza Municipio)

Bozen ist ein wichtiger Begegnungsort für die österreichisch-deutsche und der italienischen Kultur und Wirtschaft. In der Region Trentino-Südtirol ist Bozen (italienisch Bolzano, ladinisch Bulsan oder Balsan, lateinisch Bauzanum) die Landeshauptstadt Südtirols, und als solcher Sitz der Südtiroler Landesregierung und des Südtiroler Landtags. Seit 1964 ist Bozen Bischofssitz der neugeschaffenen Diözese Bozen-Brixen; seit 1998 mit der Freien Universität Bozen (FUB) Universitätsstadt. Die spätere Stadt Bozen wurde zwischen 1170 und 1195 als Markt mit einer Gasse und einem Platz errichtet. Der Mittelalterliche Markt erhielt 1265 das Stadtrecht, die Stadt wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals erweitert, zuletzt um die ehemalige Marktgemeinde Gries. In Bozen gibt es aufgrund der drei Sprachen (deutsch, italienisch, ladinisch) zahlreiche Schulen. Das Südtiroler Kulturinstitut pflegt seit 1954 Kontakte zum deutschen Kulturraum. Es finden Theaterspiele, Gastkonzerte, Ausstellungen, Lesungen und Tagungen statt.


Abb. 18: Auf dem Weg von der Jugendherberge zum Hauptbahnhof Bozen

Freitag, 28. Jan. 2011: Rückfahrt nach München

Um 12:00 Uhr trafen wir uns bei der Jugendherberge, um das Gepäck abzuholen und zu Fuß zum Hauptbahnhof Bozen zu gehen. Nach einem Foto in der Bahnhofshalle gingen wir zum Bahnsteig 3, der EC 80 kam pünktlich an. Nach wenigen Minuten Aufenthalt fuhr er um 12:33 Uhr Richtung Brenner los. Alle Jugendlichen waren anwesend und kein Gepäckstück wurde vergessen. Während der Bahnfahrt notierte jeder Schüler auf einem vorbereiteten Blatt die gewonnenen Eindrücke vom Aufenthalt in Bozen und anschließend erfolgte ein reger Meinungsaustausch. Mit unterschiedlichen Erwartungen begann die Bahnfahrt am Montag. Folgende Punkte sind besonders zu erwähnen: Die architektonisch schöne Altstadt mit dem südländischen Flair, vor allem mit den vielen Einkaufsmöglichkeiten, Cafe’s und Bars war toll. Von der modernen und gutausgestatteten Landesberufsschule war man beeindruckt, vom “Ötzi” begeistert. Auch die Firma Ebner-Solartechnik, die Solarflächen auch nach der Geometrie der Dachflächen baut, kam öfters ins Gespräch. Über die Einladung von der Innung Bozen zum Pizzaessen war man sehr erfreut. Der Unterricht in Italienisch war zwar interessant, aber auch ungewohnt. Der Trinkwasserspeicher verlor an Wirkung, denn der längere Fußmarsch verursachte die eine oder andere Blase. Den nachhaltigsten Eindruck hat das Rodeln hinterlassen. Bedauert wurde aber, dass der Kontakt mit den Berufsschülern aus Bozen zu kurz kam. Mehr gemeinsame Projekte, Unterricht usw. sollten geplant werden.


Abb. 19: Abfahrtshalle im Hauptbahnhof Bozen um 12:20 Uhr


Abb. 20: Pünktliche Ankunft am Hauptbahnhof in München um 16:25 Uhr

Wir bedanken uns herzlich beim Schulleiter der Landesberufsschule für Industrie und Handwerk, Herrn Dr. Haspinger, vor allem aber bei Herrn Rier und allen beteiligten Personen, die uns eine unvergessliche Woche ermöglicht haben.


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