Kaufmann im Einzelhandel/Verkäufer

 

Die wichtigsten Informationen im Kurzüberblick

Ausbildungsdauer: 2 bis 3 Jahre

Unterrichtsorganisation: Einzeltagesunterricht

10. Klasse: 2 Tage
11. Klasse: 1 Tag
12. Klasse: 1 Tag (nur Kaufmann im Einzelhandel)

Stundentafel:

Fächer

10. Klasse

11. Klasse

12. Klasse
(Nur Einzelhandel)

Religionslehre

1

1

1

Deutsch

1

1

1

Sozialkunde

1

1

1

Englisch

1

1

1

Kundenorientiertes
Verkaufen

3

2

Einzelhandelsprozesse

6

2

2

Kaufmännische Steuerung
und Kontrolle

2

1

3

Zusammen

15

9

9

 

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Die wichtigsten Informationen im ausführlichen Überblick

Wir beschulen sowohl Kaufleute im Einzelhandel als auch Verkäufer/Verkäuferinnen.

 

  1. Dauer/Verkürzung der Ausbildung

 

Die Ausbildungsdauer beträgt:

  • Für Verkäuferinnen und Verkäufer 2 Jahre und
  • für Einzelhandelskaufleute 3 Jahre.

 

Es gibt aber auch die Möglichkeit zuerst einen 2-jährigen Vertrag zum Verkäufer abzuschließen und nach gut bestandener Prüfung einen Vertrag über das 3. Ausbildungsjahr abzuschließen.

 

Werden Schüler mit dem allgemeinbildenden Abschluss an der Real- oder Wirtschaftsschule oder Abitur eingestellt, kann die Ausbildung verkürzt werden, die Ausbildungsdauer beträgt dann für Verkäuferinnen und Verkäufer 1,5 Jahre und für Einzelhandelskaufleute 2,5 Jahre. (Absolviert der Auszubildende die Stufenausbildung, muss zwischen der Prüfung zum Verkäufer und der Prüfung zum Einzelhandelskaufmann 1 Jahr liegen.)

 

  1. Beschulung der beiden Ausbildungsberufe

 

Der Lehrplan für die 10. und 11. Klasse ist für Verkäufer und Einzelhandelskaufleute identisch, deshalb werden beide Berufe gemeinsam beschult. Bei uns wird, wenn möglich, eine gesonderte Verkäuferklasse gebildet. In der 10. Klasse besuchen die Auszubildenden die Berufsschule an 1,5 Unterrichtstagen, in der 11. und 12. Klasse an 1 Unterrichtstag.

 

  1. Einstellungstermine im Einzelhandel

 

Üblicherweise beginnt der Lehrvertrag am 1. September. Betriebe und Auszubildende beginnen aber oft 2 – 3 Monate nach dem Termin mit der Berufsausbildung. Hierbei ist es problematisch, dass die Grundlagen der 10. Klasse (1,5 Unterrichtstage pro Woche) nur noch schwer im Nachhinein vermittelt werden können.

 

  1. Aufbau des Lehrplans von 2004

 

Es werden die allgemeinbildenden Fächer wie Deutsch, Sozialkunde, Englisch und Religion/Ethik wie bisher mit 1 Stunde pro Woche in allen 3 Jahrgangsstufen unterrichtet.

Die kaufmännischen Inhalte werden nach dem Lernfeldkonzept vermittelt, d. h. die Einteilung in die Fächer Rechnen, Buchführung, Rechnungswesen, Betriebslehre und Warenverkaufskunde gibt es nicht mehr.

 

Das Arbeiten mit Lernfeldern heißt in der Praxis, dass z. B. in der 10. Klasse im Lernfeld „Verkaufsgespräche kundenorientiert führen“ pro Woche mit 11 Unterrichtsstunden unterrichtet wird. Da dieses Lernfeld 80 Unterrichtsstunden umfasst, ist es somit nach ca. 7 Wochen abgeschlossen. Anschließend wird das nächste Lernfeld unterrichtet.

 

Die Vermittlung der Lerninhalte innerhalb der Lernfelder ist didaktisch methodisch so umzusetzen, dass Sie zur beruflichen Handlungskompetenz führen. Handlungsorientiertes und schüleraktives Erarbeiten von Lerninhalten stehen im Vordergrund. Lehrerzentrierter Frontalunterricht soll nur noch in Ausnahmefällen stattfinden (Problem der schwachen Schüler!)

 

Jgst.
Fächer
Lernfelder

10

Einzelhandels-prozesse
LF 1: Das Einzelhandelsunternehmen repräsentieren
LF 5: Werben und den Verkauf fördern
LF 6: Waren beschaffen
LF 7: Waren annehmen, lagern und pflegen
Kaufmännische
Steuerung und Kontrolle
LF 3: Kunden im Servicebereich Kasse betreuen
Kundenorientiertes Verkaufen
LF 2: Verkaufsgespräche kundenorientiert führen
LF 4: Waren präsentieren
11
Einzelhandels-prozesse
LF 9: Preispolitische Maßnahmen vorbereiten und durchführen
LF 12: Mit Marketingkonzepten Kunden gewinnen
Kaufmännische
Steuerung und Kontrolle
LF 8: Geschäftsprozesse erfassen und kontrollieren
Kundenorientiertes Verkaufen
LF 10: Besondere Verkaufssituationen bewältigen
12
Einzelhandels-prozesse
LF 13: Personaleinsatz planen und Mitarbeiter führen
LF 14: Ein Einzelhandelsunternehmen leiten und entwickeln
Kaufmännische
Steuerung und Kontrolle
LF 11: Geschäftsprozesse erfolgsorientiert steuern

 

 

  1. Prüfungen

 

Seit dem 01.07.2009 neu beginnende Ausbildungsverhältnisse im Beruf Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel istdie gestreckte Abschlussprüfung eingeführt.

Die Zwischenprüfung zur Feststellung des Ausbildungsstandes zu Beginn des 2. Ausbildungsjahres wird dann nur noch für Auszubildende mit Verkäufervertrag durchgeführt. Sie entfällt für Auszubildende mit Vertrag im Beruf Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel.

 

Die gestreckte Prüfung wird nach der folgenden Struktur durchgeführt:

 

Teil 1 wird schriftlich am Ende des 2. Ausbildungsjahres mit den Prüfungsbereichen Verkauf und Marketing, Warenwirtschaft und Rechnungswesen (der bisherige Prüfungsbereich kaufmännische Handelstätigkeit wird aufgelöst), Wirtschafts- und Sozialkunde durchgeführt. Inhalte und Aufgabenstellungen sind identisch mit den zeitgleich geprüften Prüfungsbereichen der Verkäuferprüfung. Damit gilt die Verkäuferabschlussprüfung bei Fortsetzung der Ausbildung im Beruf Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel als Teil 1 der Kaufleuteprüfung.

 

Teil 2 wird am Ende der Ausbildung schriftlich im Prüfungsbereich „Geschäftsprozesse im Einzelhandel“ (bisher: Einzelhandelsprozesse) und mündlich im Fallbezogenen Fachgespräch – wie bisher aufgrund einer der drei ausgewählten Wahlqualifikationseinheiten – durchgeführt.

 

Für weitere Informationen siehe: http://www.einzelhandel.de/servlet/PB/menu/1093547/index.html


Beispiele für die Mündliche Prüfung

(Ausgewählte Beispiele aus der Seite des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels:  http://www.einzelhandel.de/servlet/PB/menu/1047994/index.html)

 

Wahlqualifikation „Beschaffungsorientierte Warenwirtschaft“

Ausgangssituation:

Das WWS Ihres Betriebes liefert für Ihre Warengruppe MoPro (Molkereiprodukte) an einem Donnerstagmorgen folgende Informationen (jeweils Stückzahlen):

 

Warengruppe

Bestand

Absatz der letzten 6 Tage

Meldebestand

Durchschnittlicher Tagesabsatz im Monat

Joghurt

124

456

120

90

Butter

76

90

80

60

Käse

80

190

100

50

Andere Milchprodukte

129

379

120

100

 

Lösungen zu folgenden Aufgabenstellungen/Fragen sind mit Begründung zu präsentieren:

–       Analysieren Sie die Zahlen: Erläutern Sie die Bestands- und Absatzzahlen für die einzelnen Artikel

–       Welche Schlussfolgerungen und Handlungsbedarfe  leiten Sie aus der Analyse ab?

–       Machen Sie basierend auf Ihren Feststellungen Handlungsvorschläge für Ihren Betrieb.

 

Wahlqualifikation „Kaufmännische Steuerung und Kontrolle“

Ausgangssituation:

Sie erhalten aus dem Rechungswesen bzw. dem WWS folgende Produktivitätskennziffern für Ihren Warenbereich:

  • ·         Umschlagshäufigkeit:                               3,4
  • ·         Personalproduktivität:                               47.000,00 Euro
  • ·         Flächenproduktivität:                                  2.160,00 Euro

 

Sie haben zum Vergleich Daten aus einer Untersuchung über ähnliche Geschäfte, die im Rahmen einer Erfa-Gruppe genannt wurden:

  • ·         Umschlagshäufigkeit:                               4,6
  • ·         Personalproduktivität:                               65.000,00 Euro
  • ·         Flächenproduktivität:                                  1.750,00 Euro

 

Lösungen zu folgenden Aufgabenstellungen/Fragen sind mit Begründung zu präsentieren:

–       Erläutern Sie mögliche Ursachen für die Abweichungen der unterschiedlichen Kennziffern: Wo stehen Sie günstiger, wo schlechter als der Schnitt der Erfa-Gruppe dar?

–       Leiten Sie Schlussfolgerungen aus den Ursachen für Ihren Warenbereich ab mit dem Ziel der Ertragsverbesserung in Ihrem Warenbereich.

–       Schildern Sie, wie Sie kurz- und längerfristig wirksame Maßnahmen einleiten wollen?

Wahlqualifikation „Warenannahme, Warenlagerung“

 

Ausgangssituation:

Ihr Ausbildungsbetrieb plant anlässlich einer Jubiläumsfeier im Monat Mai eine Sonderaktion (Wählen Sie eine Ware aus dem Warenbereich aus, in dem Sie ausgebildet wurden) durchzuführen. Sie haben die Waren beim Lieferanten zur sofortigen Lieferung fest für die 16. Kalenderwoche bestellt. Der Lieferant sagt Ihnen die pünktliche Lieferung zu. Die Ware ist nach 7-tägiger Wartezeit noch nicht eingetroffen. Erst Mitte der 18. Kalenderwoche erfolgt die verspätete Anlieferung.

 

Lösungen zu folgenden Aufgabenstellungen/Fragen sind mit Begründung zu präsentieren:

–       Können gegen den Lieferanten Rechte wegen Lieferverzug geltend gemacht werden?

–       Was unternehmen Sie gegenüber dem Lieferanten?

–       Welche Konsequenzen können Sie aus dem Vorgang für die Zukunft ziehen?

–       Beschreiben Sie die Warenannahme und Prüfung der Sendung?

–       Warum ist es für Ihr Unternehmenel von besonderer Bedeutung, die Wareneingangskontrolle sorgfältig durchzuführen?

–       Welche Lagerkontrollen sind durchzuführen?

–       Welche Maßnahmen sind bei der Lagerung dieser Waren zu beachten?

–       Was wissen Sie über das „Haltbarkeitsdatum“ und welche Bedeutung hat es für die Lagerung der Ware?

 

Wahlqualifikation „Marketingmaßnahmen“

 

Ausgangssituation:

Sie erhalten vom Marktleiter die Aufgabe, eine neu gebildete Abteilung (bestehend aus einer in der Ausbildung vermittelten Warengruppe) mit Waren zu bestücken. Dabei sollen Sie besonderen Wert legen auf Einhaltung der Platzierungsregeln. Zugleich sollen Gesichtspunkte der Verkaufsförderung berücksichtigt werden.

 

Lösungen zu folgenden Aufgabenstellungen/Fragen sind mit Begründung zu präsentieren:

          Beschreiben Sie die Regalzonen. Stellen Sie Nutzungsmöglichkeiten für unterschiedliche Waren dar.

          Erläutern Sie die allgemeinen Grundregeln für die Warenplatzierung.

          Beschreiben Sie, welche Artikel Sie in welcher Regalzone präsentieren wollen.

          Wie können Sie Kunden zu Impulskäufen anregen?

          Zeigen Sie Aspekte für weitere Absatzchancen auf.

          Welche Chancen bietet die Verbundplatzierung?


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